Stimmung der Gitarre
Bevor Sie mit dem Stimmen beginnen: Ihre Saiten sollten in Ordnung
sein -
mit alten, bereits schwarz gefärbten Saiten werden Sie wenig
Erfolg haben.
Sinnvoll ist die Anschaffung einer Stimmgabel in Kombination mit
einem Stimmgerät.
Hier sind die einfachsten und billigsten oft die besten.
Ansonsten können Sie hier die Gitarre stimmen:
Wenn Sie die Gitarre nach diesem Beispiel gestimmt
haben,
wird sie wahrscheinlich mehr schlecht als recht gestimmt sein.
Das macht aber nichts.
Sie gehen jetzt einfach mal davon aus, daß zumindest die tiefe
E - Saite
(dickste Saite) richtig gestimmt ist.
1. Sie greifen die tiefe E - Saite im 5. Bund
und vergleichen die Tonhöhe
mit der nächsten losen (d.h. nicht gegriffenen) Baßsaite
(A - Saite).
Die A - Saite wird annähernd auf gleiche Tonhöhe gestimmt.
Als Anfänger werden Sie auch hier wahrscheinlich wieder
Schwierigkeiten haben - macht nichts, wichtig ist nur, daß
beide Saiten annähernd gleich klingen.
2. Sie greifen die A - Saite im 5. Bund und
vergleichen die Tonhöhe
mit der nächsten losen Saite (d - Saite).
Auch hier versuchen Sie eine annähernd gleiche Tonhöhe
zu erreichen.
3. Sie greifen die d - Saite im 5. Bund und
vergleichen die Tonhöhe
mit der nächsten losen Saite (g - Saite).
Auch hier versuchen Sie eine annähernd gleiche Tonhöhe
zu erreichen.
4. Bisher wurden alle Saiten im 5. Bund gegriffen
und mit der nächsten Leersaite verglichen. Die g - Saite
bildet eine Ausnahme.
Sie greifen die g - Saite im 4. Bund und vergleichen die Tonhöhe
mit der nächsten losen Saite (h - Saite).
Auch hier versuchen Sie eine annähernd gleiche Tonhöhe
zu erreichen.
5. Die h - Saite wird wieder im 5. Bund gegriffen.
Sie greifen die h - Saite im 5. Bund und vergleichen die Tonhöhe
mit der nächsten losen Saite (hohe e´- Saite).
Auch hier versuchen Sie eine annähernd gleiche Tonhöhe
zu erreichen.
6. Sie fangen wieder von vorne an...!
Das heißt, nicht ganz. Sie haben jetzt die Gitarre für
die endgültige Stimmung vorbereitet: die Saiten haben annähernd
die gleiche Tonhöhe.
Dennoch: Sie fangen wieder mit Punkt 1 an -
nur sind Sie jetzt nicht mehr auf das Gehör allein angewiesen,
sondern können auch sehen, ob die Gitarre stimmt:
Sie greifen die tiefe E - Saite im 5. Bund, schlagen kräftig
an und
beobachten die A-Saite am 12. Bundstab
(der 12. Bundstab schneidet bei der Konzertgitarre mit dem Korpus
ab).
Die A-Saite sollte jetzt mitschwingen!
Wenn nicht, nochmal nach Gehör korrigieren oder
zu alte Saiten austauschen.
Sie versuchen jetzt, auf allen Saiten die höchstmögliche
Schwingung zu erreichen.
Diese Schwingung wird auf der hohen e´- Saite kaum noch
zu sehen sein -
zur Not kann man die Schwingung durch Anfassen fühlen.
Fazit
Wenn alles gut gegangen ist, stimmt die Gitarrre jetzt in sich,
das heißt,
die Tonabstände stimmen - die Gitarre klingt nicht mehr "schräg".
Mit dieser Stimmung kann ohne weiteres gespielt werden.
Da wir jedoch davon ausgegangen sind, daß die tiefe E - Saite
stimmt
(was wahrscheinlich nicht der Fall ist), und danach alle Saiten
gestimmt haben,
bedeutet das, daß die Gitarre noch nicht die absolute Tonhöhe
hat.
Jetzt kommt die Stimmgabel (Ton a) zum Einsatz:
die d - Saite wird mit einem Finger der linken Hand genau über
dem
7. Bundstab (nicht Bund) berührt (nicht gegriffen).
Die d - Saite wird kräftig angeschlagen
und sofort nach dem Anschlag losgelassen.
Bei richtiger Ausführung hört man einen sogenannten Flageolett
- Ton,
der dem Klang der Stimmgabel sehr nahe kommt.
Was man falsch machen kann:
1.) zu früh losgelassen - es erklingt lediglich die lose d
- Saite,
2.) zu spät losgelassen - lediglich ein Anschlaggeräusch.
Kurz nach Erzeugung des Flageolett - Tones wird die Stimmgabel angeschlagen
und mit dem Griff auf die Resonanzdecke der Gitarrre aufgesetzt.
Man sollte jetzt (bei falscher Stimmung) 2 Töne hören:
den der d - Saite und den der Stimmmgabel.
Die d - Saite wird so lange nach Stimmgabel gestimmt
(mit Flageolett - Ton), bis beide Töne zu einem einzigen verschmelzen.
Sobald dies der Fall ist, hat die d - Saite die absolute Tonhöhe.
Jetzt könnnen die anderen Saiten wie gehabt nach Punkt 1 -
5 gestimmt werden,
wobei darauf geachtet werden muß, daß nicht aus Versehen
die Stimmung
der d - Saite geändert wird.
Die Baßsaiten E und A müsssen sozusagen "rückwärts"
gestimmt werden.
Siehe auch: Kontrolle der Stimmung.

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